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Mittwoch, 24. Juni 2026

Shōka kabu-wake und Freestyle

Bei den gestern herrschenden Temperaturen waren wir richtiggehend froh, dass wir zum Ikebana-Unterricht kommen konnten. Der Seminarraum der ÖGG verfügt über eine Klimaanlage! Der Weg dorthin war hitzebedingt natürlich eine Herausforderung, allerdings konnte man sich auf ein wenig Kühle freuen. 
Zudem bescherte uns das Thema viel Wasserfläche, die uns die Hitze ein bisschen vergessen ließ. Auf dem Programm standen Shōka kabu-wake (sui-riku-ike oder geteiltes sanshu-ike) bzw. Freestyle, das mit demselben Material aus dem Überraschungspaket vom Großmarkt gearbeitet werden konnte. Wer wollte, brachte selbst Pflanzen mit. Außerdem gab es Gelegenheit, für die bevorstehende Ausstellung zu üben. 

Wir hatten sehr schöne, relativ lange Zantedeschien im Topf zur Verfügung. Über die hätten wir uns beim letzten Workshop gefreut, denn damals waren sie viel zu kurz und gestaucht. 
Die Zimmercalla haben wir kurzerhand als Wasserpflanzen behandelt, auch wenn es nicht ganz korrekt ist. Aber Wasseriris sind überhaupt nicht aufzutreiben, also besser ein Kompromiss als gar kein Arrangement. 
Neben den Zantedeschien gab es Neuseelandflachs und Limonium. So konnte man nach Wunsch auch sanshu-ike kabu-wake arbeiten. Außerdem diente das Limonium beim Freestyle zur Auflockerung. 
Da wir mit modernen Materialien in modernen Schalen gearbeitet haben, konnten wir den obligatorischen Stein vor dem Landteil eines sui-riku-ike weglassen. Wieder ein Teil weniger, das geschleppt werden muss. 

Der Großmarkt brachte uns weitere Geschenke, nämlich recht interessante Melam-Schalen, die sowohl für Freestyle als auch Shōka geeignet sind. Leichtes Recyclingmaterial, unkaputtbar und von der Farbe her universell einsetzbar. Ideal zum Üben. Die Schalen sind so gut angekommen, dass viele der Teilnehmer*innen gleich darin arrangiert haben. 

Beim Freestyle wurde das Material leicht verändert, denn der lange Neuseelandflachs hätte in seiner natürlichen Form ein bisserl langweilig gewirkt. Außerdem wäre er für die kleinen Gefäße viel zu mächtig gewesen. Also wurden die Blätter beschnitten und als interessantes Linienmaterial eingesetzt. Der Kontrast der längsgestreiften Flachsblätter zu den gefleckten Callablättern, die von ihrer Form her verspielt wirken, ist recht apart. Auf den Bildern kommt das leider nicht so gut zur Geltung, da fehlt uns noch die richtige Beleuchtung.

Hier nun unsere gestrigen Werke, Hausübungen werden wie üblich nach und nach ergänzt. 



Mittwoch, 15. Mai 2024

Shōka kabu-wake

Der gestrige Übungsabend hat um einiges länger als üblich gedauert, denn das Arrangement war ein wenig kompliziert und hat sorgfältige Korrekturen benötigt. Und schließlich soll die Korrektur vom ersten bis zum letzten Anwesenden gleichbleibend intensiv und ausführlich sein. 
Da wir glücklicherweise die Schlüssel für Eingangstor und Seminarraum zur Verfügung haben, sind wir auf niemanden sonst angewiesen und können unsere Treffen nach Belieben ausdehnen. 

Am Programm stand diesmal schlicht und ergreifend Shōka kabu-wake. Da blieb es den Damen und Herren selbst überlassen, ob sie nun traditionelles gyōdō-ike oder sui-riku-ike gestalten wollten, oder ob es sich um ein modernes Shōka sanshu-ike in geteilter Form handeln sollte. 
Da es bei uns generell mit Wasserpflanzen recht bescheiden aussieht und diese am Großmarkt ebenfalls nicht zu kriegen sind, war das sanshu-ike kabu-wake quasi eine Notlösung, denn bei dieser modernen Form dürfen auch nur Landpflanzen verwendet werden. 
Bei gyōdō-ike und sui-riku-ike hingegen müssen Wasserpflanzen in mindestens einer kabu vorkommen, auch wenn die Formen modern mit drei Materialien gearbeitet werden dürfen (und dann ebenfalls als sanshu-ike kabu-wake gelten – das sind dann aber semantische Feinheiten). 
Beim kommenden Workshop werden wir notgedrungen Schachtelhalm und Calla zu Wasserpflanzen erklären und mit ihnen gyōdō-ike üben, auch wenn es eigentlich nicht korrekt ist. Aber wie heißt es so schön – in der Not ….

Ein Großteil der Anwesenden nahm das Großmarkt-Paket in Anspruch, das Agapanthus, Eustoma und blühende Spirea enthielt. Einige brachten selbst Material mit und die noch nicht ganz so erfahrenen Ikebanesen arbeiteten hito-kabu-ike. Was die Hausübungen angeht, wird man sehen, was so an Fotos eintrudelt. 

Da wir hauptsächlich in weiten Schalen gearbeitet haben und deren Transport zum Fototisch gelegentlich mit Überschwemmungen endete, wurde bei einigen Arbeiten auf das Auffüllen verzichtet, wodurch auf den Bildern die kenzan leider teilweise sichtbar sind. Daheim am endgültigen Standort werden die Schalen natürlich ganz gefüllt sein.

Außerdem werden die Damen und Herren schön langsam wieder ihre kusa-mono-kenzan hervorkramen, dann diesmal gab es einige Probleme mit den teilweise sehr feinen Stielen der Eustoma und der Spirea, die in den normalen kenzan irgendwie nicht gut stehen wollten. Sommerbetrieb ist angesagt, schließlich kommt jetzt die Zeit der Gräser und Blumen. Und wenn man vielleicht doch irgendwo Wasserpflanzen wie Binsen und Irisblätter auftreiben kann, ist ein fein genagelter kenzan unabdingbar.

Hier nun unsere Arbeiten, Hausübungen werden wie üblich nach und nach ergänzt.

Montag, 11. Juli 2016

Sommerseminar in Schloss Puchberg


Das Sommerseminar mit Frau Prof. Pointner-Komoda im Schloss Puchberg in Wels fand dieses Jahr in verkürzter Form statt. Nicht wie üblich bis Donnerstag, sondern nur von Freitag bis Montag bespielten wir den großen Seminarraum gleich neben dem schattigen Innenhof des Schlosses. Leider ließ es die Arbeit nicht zu, auch am Montag noch teilzunehmen, deshalb mussten Uschi und ich bereits Sonntagabend die Heimreise antreten. Aber die "Wiener" sind ja mit 4 weiteren Damen trotzdem noch gut vertreten. 
Das Programm war diesmal sehr anspruchsvoll, obwohl – oder gerade weil – nur (hauptsächlich traditionelles) Shōka gearbeitet wurde. Die Wasserpflanzen (Irisblätter, Binsen und Schachtelhalm) wurden von einer der Teilnehmerinnen besorgt, während die Welser Blumenhandlung diesmal nur Irisblüten, Callatöpfchen und kazai für das montägliche Shōka shinpūtai beisteuerte. 
Trotz der herrschenden Hitze haben die Iris erstaunlich gut durchgehalten, besonders wenn man bedenkt, dass aus den uns zur Verfügung stehenden 9 Blüten 5 Arrangements entstehen sollen. Da wird Wiederverwendung großgeschrieben. Die gelieferte Sorte hatte eine wunderbare blau-violette Färbung und den großen Vorteil, dass neben der Hauptblüte eine zweite Knospe versteckt auf ihren Einsatz wartete. 

Am Freitag waren Prüfungsarrangements angesetzt (wir haben diese Möglichkeit weidlich ausgenutzt) und nach dem Abendessen wartete eine ausgedehnte Theorie-Einheit über Denka-Shōka auf uns. Samstag durften wir gleich das Gehörte in die Tat umsetzen. 
Zuerst ein Iris-Shōka mit 2 Blüten und 17 Blättern und dann als Extraaufgabe die Version mit 5 Blüten und 19 Blättern, sowie tai-oku. Die Nachmittagseinheit brachte zur Entspannung ein gyōdō-ike mit Rohrkolben und Calla. Die Korrektur der beiden Iris-Arrangements veranschlagte sehr viel Zeit, weshalb wir erst nach dem Abendessen mit dem gyōdō-ike begannen und die Korrektur auf Sonntagmorgen verschoben. 
Abends fand noch die feierliche Diplomverleihung statt, wobei gleich zwei der begehrten Dokumente nach Wien gingen. 

Für den Sonntag waren dann scharfe Augen angesagt, denn es galt Binsen in Form zu bringen. Zuerst ein sui-riku-ike – und zwar als betsuden-Sonderform soe-wake – mit den erwähnten Binsen und Iris für okabu und Cotoneaster für die soe-Gruppe im mekabu. Am Nachmittag dann ein einteiliges Shōka shōfūtai nishu-ike maze-ike mit ebenfalls Binsen (diesmal länger und mit mehr Exemplaren ausgeführt), 2 Iris-Knospen und 17 oder 19 Blättern. 
Uschi und ich mussten gehörig einen Zahn zulegen, denn wir wollten bis zum Abendessen fertig werden und anschließend packen. Professor Pointner hat freundlicherweise unsere Korrektur vorgezogen und die der anderen Teilnehmerinnen auf später verschoben. So konnten wir uns rechtzeitig auf den Heimweg machen. 

Schade, dass wir nicht auch noch am Montag mitmachen konnten, denn auch diese Arrangements wären überaus interessant für uns gewesen. Die anderen Damen dürfen nochmals mit den Irisblüten spielen, diesmal in Kombination mit Binsen oder Rohrkolben und Spirea in Form eines Shōka shōfūtai sanshu-ike maze-ike. Und als letztes Arrangement ist ein Shōka shinpūtai geplant, für das neben Allium und Statitze auch verschiedene anderen Pflanzen, die von den Prüfungsarrangements übriggeblieben sind, verwendet werden sollen. Ich hoffe auf einige Bilder, die dann separat hier veröffentlicht werden können.
Trotz Staus wegen einiger Unfälle sind wir schließlich noch zu einer christlichen Zeit heimgekommen. Jetzt wartet nur noch der ganze Ikebana-Krempel darauf, gereinigt und verstaut zu werden, damit die Wohnung nicht mehr ganz so wie ein Schlachtfeld aussieht. 
Hier nun die Bilder der Prüfungsarrangements und einige unserer Werke.

unsere Zwischenprüfungsarrangements


einige unserer Arrangements, mehr Bilder folgen hoffentlich bald