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Mittwoch, 13. Mai 2026

Rahmen und Miniatur

Unser Übungsabend wurde gestern erstmals in geteilter Form abgehalten, als Nachmittags- und Abendkurs. Wir sollten uns jetzt wohl einen neuen Namen dafür ausdenken, denn um 15:30 Uhr kann man noch nicht von Abend sprechen. Schon die erste Ausgabe zeigte, dass sich der Nachmittagskurs großer Beliebtheit erfreut und das trotz der Tatsache, dass aufgrund des Feiertags am Donnerstag schon einige der Stammbesatzung im Kurzurlaub sind. 

Da sich Neueinsteigerinnen für beide Kurse angesagt hatten, wurde das Programm einfach ergänzt. An und für sich standen Miniatur-Freestyle und Arbeiten mit einem Rahmen auf der Agenda. Das sind Themen, die bei den Teilnehmer*innen sehr beliebt sind, da sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. 

Ein Ikebana gilt dann als Miniatur-Freestyle, wenn es das Format A6 nicht überschreitet. Ob man im Hoch- oder Querformat arbeitet, bleibt jedem selbst überlassen. Dabei ist allerdings Fingerfertigkeit gefragt, denn mit kleinen, fragilen Pflänzchen zu hantieren, kann gelegentlich etwas frustrierend sein. 
Die Finger sind zu dick oder im Weg, ständig stößt man gegen bereits arrangierte Pflanzen und verändert deren Ausrichtung. Mit einer Pinzette zu arbeiten ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Kenzan passen nicht in die kleinen Vasen, die Strohhalme vom komiwara geben oft zu wenig Halt und in Steckmasse muss man Löcher vorbohren, damit man die weichen Stiele reinkriegt. Und trotzdem ist es im Endeffekt befriedigend, wenn man das fertige Werk dann betrachtet. 

Wenn man sich für einen Rahmen entschieden hat, gibt es weder Größen- noch Formbeschränkungen. Man kann mit offenen Rahmen arbeiten oder einen passenden Hintergrund gestalten, die Gefäße davor oder dahinter platzieren oder auch auf andere Weise integrieren. Es kann ein Einzelrahmen sein oder auch eine Kombination aus fix verbundenen oder separat aufgestellten Teilen. Erlaubt ist, was gefällt, solange dem Arrangement ein abgegrenzter Raum geschaffen wird, in dem es wirken kann. 
Die Mehrzahl unserer Teilnehmer*innen hat sich für Arbeiten mit Rahmen entschieden, aber auch viele interessante Miniaturen mit teilweise sehr kreativen Befestigungstechniken sind entstanden. 
Für die Neu- und Wiedereinsteigerinnen gab es ein Freestyle-Paket mit Pfeifenstrauch, Calla und Limonium und vorgeführt wurden eine natürliche und eine designhafte Variante. Die Damen wollten allerdings ihre Arbeiten nicht für den Blog fotografieren. Zahlreiche Hausübungen sind mittlerweile ebenfalls eingetrudelt. 
Der bevorstehende Workshop ist übrigens bereits beinahe ausgebucht, lediglich am Sonntag gibt es noch ein paar freie Plätze.



Mittwoch, 23. April 2025

Freestyle im Rahmen

Das Thema unseres Übungsabends hat einmal mehr die Kreativität unserer Gruppe befeuert. Nicht nur, dass der Saal in der ÖGG voll besetzt war, auch viele Hausübungen sind seit der Ankündigung des Treffens bereits eingetrudelt. 
Schon bei der Erstellung des Programms war klar, dass Freestyle mit Rahmen gut ankommen würde, das war bereits bei einem unserer Workshops der Renner. Kleine Vasen hat so ziemlich jeder daheim herumstehen und jetzt, wo die Natur am Durchstarten ist, findet sich genügend Kleinkram in Gärten und Parks. 

Diese Art des freien Stils kann man zur Gruppe Relief und Tapisserie zählen, besonders dann, wenn die Vase im Rahmen integriert ist. Relief und Tapisserie (dabei wird ein textiler Hintergrund verwendet) gehören zum Alltags-Ikebana, das aufgrund des begrenzten Wohnraums in Japan 'erfunden' wurde. 
Wenn es wenig bis keinen Platz zum Hinstellen gibt, hängt man das Ikebana einfach an die Wand. Gleichzeitig verleiht man dem Arrangement Grenzen, die aber auch durchbrochen werden können, wenn man den Rand des Hintergrunds überschreitet. 

Die meisten von uns haben gestern Ikea-Rahmen mit breitem Rand verwendet. Die stehen von selbst recht gut und haben die nötige Tiefe, um eine kleine Vase direkt hineinstellen zu können. Außerdem gibt es sie in verschiedenen Farben und Formaten. 
Den Hintergrund haben wir entweder selbst bemalt oder beklebt, oder wir haben in das vorhandene Passepartout farbig passendes Japanpapier eingelegt. Manche haben auch den Rahmen zerlegt und ohne Hintergrund verwendet bzw. offene Rahmen selbst gebastelt. 
Alles in allem wieder einmal ein sehr kreativer Abend. Zusätzlich gab es einen Nachtrag zum letzten Treffen (Shōka shimpūtai), das Foto davon ist im betreffenden Blog-Artikel veröffentlicht.