Montag, 1. Juni 2026

Frühsommerworkshop in der ÖGG

Am Wochenende sind wir beim Workshop ziemlich ins Schwitzen gekommen. Nicht nur wegen des teilweise anspruchsvollen Programms, sondern hauptsächlich wegen der Temperaturen. Für Ende Mai hat der Sommer ein sehr kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben und das Thermometer auf über 30 Grad klettern lassen. 
Die Pflanzen haben das erstaunlich gut weggesteckt, lediglich die Astilben haben buchstäblich ihr Leben ausgehaucht. Etwa 20 Minuten, nachdem sie aus der Plastikverpackung genommen wurden, hatten sie sich komplett verabschiedet. Blätter vertrocknet, Blütenfarbe verändert, lediglich als Kompost zu gebrauchen. Und dabei wollten wir damit Denka üben. So schnell können sich Pläne ändern. 

Der Workshop hatte Shōka in unterschiedlichen Variationen zum Thema, aufgelockert durch Freestyle, damit man zwischendurch auch mal wieder durchschnaufen konnte. Der Unterricht fand diesmal auf Deutsch und Englisch statt, wodurch sich die Theorie-Einheiten doch deutlich verlängert haben. Trotzdem ist das praktische Arbeiten nicht zu kurz gekommen. 

Freitag begannen wir mit einer Schulform: Shōka nishu-ike mit Liatris und Astern. Die Liatris ließen sich recht gut biegen und die vielen weißen Blüten der Astern erforderten ein sorgfältiges Ausschneiden. 
Wer nur halb und nicht völlig tote Astilben im Paket vorgefunden hat, konnte die noch für Shōka shimpūtai oder Freestyle verwenden. Zudem blieb genügend Zeit für die eine oder andere Prüfungsarbeit. 

Am Samstag konnten wir uns doch noch mit Denka beschäftigen, allerdings mit Calla. Die Zantedeschien waren ein wenig kurz geraten, vermutlich hat man die Topfpflanzen chemisch gestaucht. Aber um das Prinzip kennenzulernen, wie man Calla korrekt arrangiert, reichte das Material völlig aus. 
Neben dem Denka-Shōka standen noch zwei Variationen von Shōka sanshu-ike auf dem Programm. Dafür hatten wir Scabiosa, Plattährengras und Bartnelken zur Verfügung sowie zarten Rittersporn, Wiesenknopf und Santini-Chrysanthemen. Wer wollte, konnte selbstverständlich auch eigene Materialkombinationen wählen. Für die beiden geplanten Freestyle-Arrangements – einmal war eine Kombinationsform vorgesehen – gab es Pfingstrosen (die waren so knospig, dass wir erst ein wenig Geburtshilfe leisten mussten), Orlaya, Frauenmantel und Schafgarben sowie dunkelblaue Glockenblumen, Astern, Hypericum und Gräser. Auch hier galt: Freie Variation der Materialien erlaubt und sogar erwünscht. 

Der Sonntag bescherte uns ein Shōka sanshu-ike-kabu-wake mit Agapanthus, Asplenium (einer tropischen Hirschzunge, die in Japan sehr gerne für Rikka eingesetzt wird) und Seidenpflanze in einem leuchtenden Orange. Die Materialkombination eignete sich mehr für ein designhaftes sanshu-ike, da der Fokus auf Farben, Formen und Texturen lag. 
Neben der üblichen Teilung in shin/soe und abgetrennter tai-Gruppe konnte auch die Variante soe-wake ausprobiert werden. Dafür sollte man allerdings die Asplenium-Blätter durch anderes Material ersetzen, da die Hirschzungen doch teilweise sehr breit und mächtig sind. 

Auch an diesem Tag gab es zur Auflockerung Freestyle. Man konnte in einer hohen Vase arrangieren (vorgesehen waren grüne Bartnelken, Cosmeen, Kornblumen, Wiesenknopf und Gräser) und/oder sich mit einem kreativen Gefäß auseinandersetzen. Für Letzteres versprach die Blumenliste Clematis, Hypericum, Frauenmantel, Steelgras und Santini-Chrysanthemen. 

Als krönenden Abschluss enthielt das Blumenpaket Kängurupfötchen, Schnittcalla, Nigella-Kapseln und Kornblumen, die mit anderen Restmaterialien als Shōka shimpūtai (oder auch in jeder anderen Form) präsentiert werden sollten. 

Der Workshop verlief sehr harmonisch und es gab nur einen kleinen Beinaheunfall mit einer Vase und einem plötzlich auffliegenden Fensterflügel. Leider hat es dann noch ein anderes Gefäß erwischt, das gekippt ist und mit dem Fliesenboden Bekanntschaft gemacht hat. Allerdings dürfte der Schaden nicht ganz so gravierend sein. Vielleicht lässt sich die Absplitterung noch reparieren. 

Pünktlich zum Ende des Workshops schlug dann auch noch das Wetter um und erste Regentropfen begleiteten uns auf unseren Heimwegen. Insgesamt war es wieder ein sehr befriedigender Workshop, der Ende August seine Fortsetzung finden wird. Dann liegt der Schwerpunkt auf Rikka in allen Ausprägungen. 
Hier nun ein kleiner Einblick in unser Schaffen, nicht mehr als zwei Beispiele pro Arrangementtyp.

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